Was sagt deine Golftasche über dich aus?



golf 123 04

Der Golfstil ist, wie jede ande­re per­sön­li­che Art, Din­ge zu tun, immer ein gewis­ses Maß an Sub­jek­ti­vi­tät und end­lo­sen Varia­tio­nen. Als jemand, der sich inten­siv mit dem Golf­sport beschäf­tigt und ein ziem­lich gutes Gespür für Stil (zumin­dest glau­be ich das) und die Natur des Menschen/Golfsports hat, bin ich zu bestimm­ten Schluss­fol­ge­run­gen über Gol­fer und ihre Aus­rüs­tung und Stil­wahl gekom­men. Nach­dem ich mehr als zehn Jah­re lang mit so ziem­lich allen Men­schen, die ich mir vor­stel­len kann, Golf gespielt habe, füh­le ich mich qua­li­fi­ziert, eine halb­wegs fun­dier­te Mei­nung dar­über abzu­ge­ben, was die Golf­ta­sche eines Men­schen über den Gol­fer aus­sagt. Bei allen “Regeln”, die ich auf­stel­le, gibt es Aus­nah­men, aber im All­ge­mei­nen han­delt es sich um bewähr­te und zutref­fen­de Beob­ach­tun­gen. Durch eine Kom­bi­na­ti­on aus der Wahl der Aus­rüs­tung, ihrer Anord­nung, dem Spiel­ni­veau und der Ein­stel­lung habe ich Gol­fer in fünf Haupt­ka­te­go­rien eingeteilt.

Die ers­te Kate­go­rie wird als “der Duf­fer” bezeich­net. Die­ser Gol­fer hat sozu­sa­gen einen Frei­fahrt­schein, denn er spielt viel­leicht drei bis fünf Mal im Jahr und nur auf­grund einer zufäl­li­gen Ein­la­dung oder Ver­pflich­tung, wie z. B. ein Geschäfts­tref­fen oder eine Wohl­tä­tig­keits­ver­an­stal­tung. Das ist zum Bei­spiel jemand, der zwar ein wenig Gol­ferfah­rung hat, sich aber kaum für das Spiel inter­es­siert, sein gan­zes Leben lang mit dem­sel­ben Satz Schlä­ger spielt und dem es völ­lig egal ist, wie vie­le Punk­te er erzielt. Ver­rä­te­ri­sche Merk­ma­le sind: 1) Alte Schlä­ger – die­se Golf­schlä­ger kön­nen auf­grund von man­geln­dem Gebrauch in gutem Zustand sein und sind oft min­des­tens 8–10 Jah­re alt. 2) Feh­len­de Aus­rüs­tung – erst im Pro Shop oder am ers­ten Abschlag merkt der Duf­fer, dass er kei­ne Golf­bäl­le, kei­ne Tees, kei­nen Golf­hand­schuh oder viel­leicht sogar ein Eisen 7 oder 8 hat usw. Sie spie­len nicht genug, um zu wis­sen oder sich dar­um zu küm­mern, dass sie nur acht Schlä­ger in der Tasche haben. 3) Kei­ne Golf­schu­he tra­gen – Der Duf­fer benutzt oft Lauf­schu­he oder manch­mal “Stol­len­schu­he” aus einer ande­ren Sport­art wie Base­ball. Im Gro­ßen und Gan­zen kann der Duf­fer (trotz der offen­sicht­li­chen Män­gel) eine Freu­de sein, mit ihm zu spie­len, wenn du dich nicht über die stän­dig ver­lo­re­nen Bäl­le und die gele­gent­lich zer­bro­che­nen Schei­ben ärgerst. Sie küm­mern sich nicht genug um ihr Golf, um wütend oder frus­triert zu sein, und das ist immer erfrischend.

Der zwei­te Cha­rak­ter ist “der Hacker”. Die­ser Gol­fer hat viel mit dem “Duf­fer” gemein­sam, außer, dass er öfter Golf spielt. Sie gehen viel­leicht nur ein­mal im Monat oder so raus, aber sie haben ein bestimm­tes Set an Schlä­gern, Golf­schu­hen, Golf­bäl­len, usw. Die­ser arme Kerl schafft nicht ein­mal die 100, um sein Leben zu ret­ten. Er hat jede Run­de einen etwas ande­ren Schwung und kei­ner von ihnen kommt auch nur annä­hernd an einen guten Golf­schlag her­an. Der bes­te Schlag, den er je gemacht hat, war nicht, weil er gut war, son­dern weil er genau vom rich­ti­gen Baum abprall­te, zwölf Meter den Weg hin­auf roll­te und schließ­lich einen Meter vor dem Loch zum Ste­hen kam. Das ist viel­leicht ein biss­chen über­trie­ben, denn selt­sa­mer­wei­se schaf­fen vie­le Hacks ein Hole-in-One. Ich kann dir aber ver­si­chern, dass es sich bei kei­nem die­ser Schlä­ge um einen rei­nen Schlag han­delt, der am Loch vor­bei­fliegt und sich dann zurück­dreht usw. Es han­delt sich viel­mehr um Schlä­ge, die mit zwan­zig Mei­len pro Stun­de von einem Hybrid-Schlä­ger aus einem Meter vier­zig in die Fah­ne “drib­beln”.

Die drit­te Figur ist “der Poser”. Die­ser Spie­ler ist ein Pseu­do-Hack. Bei einem Kopf-an-Kopf-Ren­nen gegen einen Top-Hacker könn­ten die Ergeb­nis­se ziem­lich ähn­lich aus­se­hen. Oder “der Poser” könn­te tat­säch­lich in der Lage sein, neun­zig Punk­te zu errei­chen. Das auf­fäl­ligs­te Merk­mal die­ses Spie­lers ist jedoch, dass alles – von sei­ner Ein­stel­lung über sei­ne Klei­dung bis hin zu sei­ner Aus­rüs­tung (und manch­mal sogar sein Han­di­cap) – dar­auf hin­deu­tet, dass er ein Scratch-Spie­ler sein will, wäh­rend sei­ne tat­säch­li­che Leis­tung das Gegen­teil beweist. Der Poser holt kräf­tig aus und wenn er wirk­lich einen mit dem Dri­ver erwischt, kann er zwei fünf­zig schla­gen. Aber die­ser Spie­ler sagt, dass er eigent­lich nie gut trifft, denn wenn er es tut, sind es drei­hun­dert plus. Der Poser hat den neu­es­ten Dri­ver mit dem neu­es­ten Schaft und obwohl er nie über fünf­und­acht­zig schlägt, spielt er mit einem Han­di­cap von vier. Er ver­sucht, mit den jun­gen Spie­lern mit­zu­hal­ten und hat iro­ni­scher­wei­se immer Schwung­tipps für die­je­ni­gen parat, die ihm ernst­haft auf die Pel­le rücken. Er gewinnt jedes Jahr den Preis für den ner­vigs­ten Spielpartner.

Die vier­te Kate­go­rie ist der “gute Spie­ler”. Die­ser Gol­fer hat in jah­re­lan­ger Arbeit einen grund­le­gend soli­den Schwung ent­wi­ckelt und schlägt regel­mä­ßig die Acht­zig. Sie haben ein soli­des kur­zes Spiel und zäh­len alle ihre Schlä­ge, auch die Straf­schlä­ge. Sie haben viel­leicht nicht die aller­neu­es­ten Schlä­ger, aber das, was sie haben, ist in der Regel für ihr Spiel geeig­net: stei­fe bis x‑steife Schäf­te, die in ihrem Fall sogar not­wen­dig sind, und Mus­cle-Back- oder Thin-Cavi­ty-Back-Eisen, die mehr auf Gefühl und Leis­tung als auf Feh­ler­ver­zei­hung aus­ge­legt sind. Die­ser Spie­ler respek­tiert das Spiel und ist nie zu auf­ge­regt oder zu frus­triert, denn er weiß, dass das Golf­spiel ihn jeder­zeit in den Hin­tern bei­ßen kann.

Die letz­te Kate­go­rie ist der “Pro­fi”. Und damit mei­ne ich nicht den Lehr­pro­fi. Ich mei­ne den Spie­ler, der in der Lage ist oder war, regel­mä­ßig und über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg Par zu spie­len. Es braucht viel Übung und Kön­nen, um auf einem ordent­li­chen Golf­platz Par zu spie­len. Wenn man dies wie­der­holt, auf ver­schie­de­nen Golf­plät­zen und im Wett­kampf schafft, zeigt das eine ande­re Ebe­ne von Enga­ge­ment und Kön­nen. Der Pro­fi ist ziem­lich selbst­er­klä­rend. Sie spie­len mit einer Aus­rüs­tung, die auf ihr Spiel zuge­schnit­ten ist, und sehen einem “guten Spie­ler” oft sehr ähn­lich. Der Unter­schied sind die imma­te­ri­el­len Eigen­schaf­ten. Durch jah­re­lan­ges Trai­ning und Erfah­rung hat sich der Pro­fi außer­ge­wöhn­li­che Fähig­kei­ten im Platz- und Men­tal­ma­nage­ment ange­eig­net. Sie wer­fen kei­ne Sto­kes weg und sind oft auf­ge­regt, wenn sie ein Grün verfehlen.

Abschlie­ßend folgt eine Lis­te von Bag-Merk­ma­len, die der Ein­fach­heit hal­ber einen guten von einem schlech­ten Spie­ler unter­schei­det (natür­lich gibt es im wirk­li­chen Leben auch Ausnahmen).

1) Eine Schlä­ger­rei­ni­gungs­bürs­te: Schlech­te Spie­ler haben sie, gute Spie­ler nicht.

2) Ein Hand­tuch, das mit einem Clip an der Tasche befes­tigt ist: Schlech­te Spie­ler haben sie, gute Spie­ler nicht.

3) Ein mit­tel­gro­ßes, oft ganz wei­ßes Hand­tuch, das zwi­schen den Schlä­gern hängt und zum Rei­ni­gen ver­wen­det wird: Gute Spie­ler haben sie, schlech­te Spie­ler nicht.

4) Per­fekt sau­be­re Ril­len: Gute Spie­ler haben sie, schlech­te Spie­ler nicht.

5) Kopf­be­de­ckun­gen: Wenn du sie nicht für dei­ne Höl­zer hast, bist du wahr­schein­lich ein schlech­ter Spieler.

6) Blei­band: Gute Spie­ler benut­zen es oft, schlech­te Spie­ler nicht.

7) Hoch­wer­ti­ge, erst­klas­si­ge Golf­bäl­le: Gute Spieler/innen benut­zen sie immer, die meis­ten schlech­ten Spieler/innen tun das nicht.

8) Stock­schäf­te: Schlech­te Spie­ler haben sie.

9) Cab­ret­ta-Leder­hand­schu­he in gutem Zustand: Gute Spie­ler haben sie.

10) Ein pas­sen­des Lob Wedge und San Wedge: gute Spie­ler haben sie, schlech­te Spie­ler nicht.

11) Ein Head­co­ver auf dem Put­ter: Fast alle guten Spie­ler haben es. 12) Aus­rich­tungs­hil­fen: Vie­le gute Spie­ler haben sie, die meis­ten schlech­ten Spie­ler nicht. 13) Die Chan­ce, die Acht­zig von der Spit­ze aus zu bre­chen: Gute Spie­ler haben sie, schlech­te Spie­ler nicht.



Source by Micha­el Belleggie

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